08.06.2026

Der Nachwuchs des FC Bülach musste sich im vorletzten Heimspiel der Saison dem FC Kloten mit 0:4 geschlagen geben. Während das Resultat auf den ersten Blick nach einer klaren Angelegenheit aussieht, zeigte die Partie zunächst ein anderes Bild. Die Gastgeber hielten während rund 25 Minuten gut mit, verloren danach aber zunehmend den Zugriff auf das Spiel und liessen insbesondere jene Tugenden vermissen, die eine junge Mannschaft auszeichnen sollten: Einsatz, Leidenschaft und unbedingten Kampfgeist.
Mit einem personell stark reduzierten Kader, sodass auch Trainer Gian Luca Bortoluzzi noch aufs Matchblatt musste, startete der FC Bülach engagiert in die Begegnung. Die Heimmannschaft stand kompakt, suchte den Weg nach vorne und liess den Gästen zunächst wenig Raum. Die beste Möglichkeit der Anfangsphase gehörte Nathan Cockerill, dessen Abschluss in der 17. Minute nur knapp am Klotener Gehäuse vorbeistrich.
Doch während Bülach aus seinen Möglichkeiten nichts Zählbares machen konnte, zeigte sich der FC Kloten deutlich effizienter. Ein Stellungsfehler in der Defensive ermöglichte Ben Roth in der 22. Minute die Führung für die Gäste. Das Gegentor zeigte Wirkung. Zwar versuchten die Bülacher zunächst zu reagieren, doch die Sicherheit aus der Startphase ging zunehmend verloren. Kurz vor der Pause erhöhte Leoncio Frei auf 0:2 und sorgte damit für eine komfortable Ausgangslage der Gäste.
Wer nach dem Seitenwechsel auf eine Reaktion der Gastgeber hoffte, wurde enttäuscht. Anstatt den Rückstand mit Leidenschaft und Kampfbereitschaft anzugehen, fehlte über weite Strecken die sichtbare Gegenwehr. Gerade in einer Situation, in der spielerisch nicht alles gelingt, erwartet man von einer Mannschaft Einsatz, Laufbereitschaft und den Willen, sich gegen eine Niederlage zu stemmen. Genau diese Eigenschaften waren an diesem Sonntag nur bedingt vorhanden.
Besonders ernüchternd war die Offensive der Bülacher. Während der gesamten zweiten Halbzeit gelang es nicht, sich eine einzige echte Torchance herauszuspielen. Die Gäste wurden kaum unter Druck gesetzt und konnten die Partie weitgehend kontrolliert verwalten. Kloten wirkte in den Zweikämpfen präsenter, entschlossener und zielstrebiger.
In der 64. Minute fiel die endgültige Vorentscheidung. Nach einem weiteren Fehler im Defensivverhalten erhöhte Livio Pila di Caprio auf 0:3. Nur fünf Minuten später setzte Edon Dzaferi mit dem vierten Treffer den Schlusspunkt unter eine Partie, in der der FC Kloten die Schwächen des Heimteams konsequent ausnutzte.
Co-Trainer Ronald Marsella brachte die Begegnung nach dem Spiel treffend auf den Punkt: «Die ersten 25 Minuten waren wir gut im Spiel. Danach haben wir dem Gegner mit individuellen Fehlern zu viel angeboten. Beim 0:1, aber auch beim 0:2 und 0:4 haben wir kräftig mitgeholfen.» Diese Einschätzung beschreibt den Spielverlauf sehr treffend. Während Kloten seine Möglichkeiten nutzte, machte sich Bülach das Leben mit unnötigen Fehlern selbst schwer.
So blieb am Ende eine verdiente Niederlage gegen einen Gegner, der in den entscheidenden Momenten konsequenter, effizienter und entschlossener auftrat. Für die Bülacher gilt es nun, in den verbleibenden Spielen nochmals Charakter zu zeigen und insbesondere in den Bereichen Einsatzbereitschaft und Kampfgeist eine Reaktion folgen zu lassen.
Telegramm
FC Bülach 2 – FC Kloten 1 0:4 (0:2)
Erachfeld, Bülach (Kunstrasen). – 80 Zuschauer. – SR Miroslav Jovic. - Tore: 22. Roth 0:1, 39. Frei 0:2, 64. Pila di Caprio 0:3, 69. Dzaferi 0:4. – Verwarnungen: Bülach keine. Kloten Thaqi (Foulspiel). – Bemerkungen: Bülach ohne Neven, Steinmetz (Aufgebot für anderes Team), Koller (Privat).
FC Bülach 2: Nini; Nützi, Barberio , Gamboni, Bundi; Cockerill (46. Hug), Acifi (78. Cockerill), Kaya (78. Bortoluzzi); Petovello (62. A. Kaya), Lepore, Mangana Vide (75. Petovello).
FC Kloten 1: Ninnis; Thaqi (64. Hajrullahu), Murati (24. Maggi), Aydin, Da Silva Oliveira (24. Menge); Xhuli (64. Savran), Pila di Caprio (64. Dzaferi), Xhemajli (79. Murati); Tepe (C), Roth (46. Rama), Frei (64. Asmerom).
Bericht von Edi Koller, Ehrenpräsident
Bild von Uwe Grenner